Im Laufe der Zeit haben sich regional unterschiedliche Ausführungsarten herausgebildet. Die bei der Brücke ausgeführte Art ist die in unserer Region übliche "Berner"-Art. Die Unterschiede sind sowohl in der Schindellänge wie auch der Detailausbildung der First- und Gräte oder auch das Ortgesims zu finden. Das "Berner-Dach" ist ein 3fach-Dach. Das heisst, das Dach hat an jeder beliebigen Stelle mindestens 3 Holzschindeln übereinander. Weil die 4. Schindel die 1. Schindel noch überdeckt, sind an dieser Stelle sogar 4 Schindeln übereinander. Die Schindellänge beträgt in unserer Region ca. 51 cm, die Fachweite (Distanz von Schindelunterkante zu Schindelunterkante) beträgt 16 cm. Die Schindeldicke bewegt sich zwischen 2 und 3 mm.


Es ist beim "Berner-Dach" üblich, bei Dachneigungen unter 40° in der Fläche "Gegenfache" zu erstellen. Normalerweise werden die Schindeln von links nach rechts angeschlagen, Gegenfache hingegen von rechts nach links. Der Zweck ist, dem Wasser eine andere Fliessrichtung zu geben. Auf der Brücke kommt erschwerend die Krümmung des Daches hinzu. Teilweise fliesst das Wasser in die "falsche" Richtung (direkt in die Ueberlappungen). Hier sind die Gegenfache besonders wichtig. Auf den Gehrschilten ist die Neigung so gross und die Fläche so klein, dass hier auf Gegenfache verzichtet werden kann.